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Wer in Berlin zu viel Miete zahlt, kann das bei Conny in wenigen Minuten online prüfen lassen. Das Unternehmen übernimmt den Fall, verhandelt mit dem Vermieter und verlangt eine Provision erst dann, wenn die Miete tatsächlich sinkt. Gegründet wurde Conny 2016 als wenigermiete.de von den Juristen Daniel Halmer und Frederik Gärtner. Heute sitzen in Berlin Volljuristinnen, Case Manager und Softwareentwickler am selben Produkt.
Der Kern des Geschäfts ist Mietrecht. Kundinnen und Kunden geben die Eckdaten ihrer Wohnung ein, bekommen eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ansprüchen aus der Mietpreisbremse, und Conny führt den Streit von da an selbst. Dazu kamen im Lauf der Jahre Arbeitsrecht und Telekommunikationsrecht, etwa wenn ein Internetvertrag zu teuer ist oder eine Kündigung auf dem Tisch liegt. Bezahlt wird nur im Erfolgsfall. Dass dieses Modell überhaupt zulässig ist, hat das Unternehmen selbst erstritten: Am 27. November 2019 entschied der Bundesgerichtshof im Verfahren VIII ZR 285/18 zugunsten der damaligen Lexfox GmbH, dass ein registrierter Inkassodienstleister Ansprüche aus der Mietpreisbremse verfolgen darf. Das Urteil gilt in der Branche bis heute als Wendepunkt für Legal Tech in Deutschland. Reguliert ist die Tätigkeit: Conny ist als Inkassodienstleister nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz registriert und steht unter Aufsicht des Bundesamts für Justiz. Für die anwaltliche Vertretung vor Gericht gibt es mit der Conny Rechtsanwaltsgesellschaft mbH eine eigene Schwestergesellschaft in Berlin.
Die GmbH mit Sitz in Berlin-Mitte gibt auf LinkedIn eine Größe von 51 bis 200 Beschäftigten an, 91 Profile sind dort dem Unternehmen zugeordnet (Stand: August 2026); eine offizielle Mitarbeiterzahl veröffentlicht Conny nicht. Die Arbeit verteilt sich auf wenige, eng verzahnte Bereiche. Im Legal-Team prüfen Volljuristinnen und juristische Assistenzen Fälle und formulieren Schriftsätze, im Case Management begleiten Kolleginnen und Kollegen ein Mandat vom Erstkontakt bis zur Einigung mit der Gegenseite. Direkt daneben sitzt die Technik. Neben Frontend-Entwicklung und IT-Administration schreibt Conny die Rolle des Legal Engineers aus, die juristische Prüflogik in Software übersetzt. Genau dieser kurze Weg zwischen Recht und Code prägt den Arbeitsalltag: Die eigene Software analysiert Ansprüche in wenigen Klicks, was Anwältinnen und Anwälten Stunden an Routinearbeit erspart.
Juristischer Nachwuchs findet feste Einstiege. Das Unternehmen nimmt Referendarinnen und Referendare sowie wissenschaftliche Mitarbeitende auf und beschäftigt Werkstudierende im Case Management. Laut Arbeitgeberprofil bei Legal Tribune Online übernimmt Conny die Kosten der Berufshaftpflichtversicherung, unterstützt Fortbildungen und ermöglicht Homeoffice und flexible Arbeitszeiten. Auf der eigenen Karriereseite nennt das Unternehmen flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, eine Du-Kultur ohne Dresscode, 26 Urlaubstage im Jahr, regelmäßige Team-Lunches und eine Urban-Sports-Club-Mitgliedschaft. Wer hier arbeitet, sieht das Ergebnis konkret: Stiftung Warentest hat das Angebot zuletzt im Februar 2025 geprüft und beschreibt es als Weg, ohne eigenes Kostenrisiko gegen eine zu hohe Miete vorzugehen.
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