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In rund 120 Ländern ist die GIZ zur selben Zeit im Einsatz. In dem einen berät ein Team die Regierung beim Ausbau der Solarenergie, in dem anderen zeigen Kolleginnen Bäuerinnen neue Anbaumethoden, wieder anderswo werden Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert. Getragen wird all das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, einem Bundesunternehmen mit Sitz in Bonn und Eschborn. Rund 24.500 Menschen arbeiten dafür.
Was die GIZ macht, lässt sich schwer in einen Satz pressen. Sie unterstützt die Bundesregierung und andere Auftraggeber dabei, Entwicklungs- und Reformvorhaben umzusetzen. Mal geht es um den Aufbau einer funktionierenden Verwaltung, mal um sauberes Trinkwasser, um Berufsausbildung oder um erneuerbare Energien. Aus der Ferne klingt das nach Entwicklungspolitik. Im Alltag ist es meist handfeste Projektarbeit vor Ort.
Der wichtigste Auftraggeber ist der Bund. 2024 lag das Geschäftsvolumen bei rund vier Milliarden Euro, gut 3,2 Milliarden davon entfielen auf das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dazu kommen Aufträge der Europäischen Union, einzelner Bundesländer, anderer Regierungen und internationaler Organisationen. Dass hinter der Firma die Bundesrepublik als Gesellschafterin steht, gibt der Arbeit einen langen Atem.
Die heutige GIZ entstand zum 1. Januar 2011. Damals kamen die Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Deutsche Entwicklungsdienst und InWEnt unter einem Dach zusammen. Die Erfahrung, auf der das Haus steht, ist älter: Die Vorläuferorganisationen arbeiten seit den 1960er-Jahren in der internationalen Zusammenarbeit.
Die Belegschaft ist so international wie die Projekte. Ende 2024 zählte das Unternehmen gut 24.500 Beschäftigte aus über 150 Nationen, und zwei von drei von ihnen arbeiten in den Partnerländern selbst, nicht in Deutschland. Entsprechend breit sind die Berufe. Eine Ingenieurin plant ein Stromnetz, ein Agrarwissenschaftler berät zu Böden und Wasser, daneben arbeiten Juristinnen, Ökonomen, IT-Leute und Regionalfachleute. Auch klassische Verwaltungs-, Finanz- und Personalstellen gehören dazu, denn ein Unternehmen dieser Größe muss auch am Schreibtisch laufen.
Wer hier anfängt, landet früher oder später an der eigenen Akademie in Bonn-Röttgen. Rund 1.200 Weiterbildungen im Jahr finden dort statt, von Sprach- und Führungskursen bis zur interkulturellen Vorbereitung auf einen Auslandseinsatz. Viele Stellen sind an konkrete Vorhaben und ihre Laufzeit gebunden, andere fest in Bonn oder Eschborn. Gemeinsam ist der Arbeit, dass sie einen Zweck hat, der über das einzelne Projekt hinausreicht.
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