Rund drei Millionen Haushalte und Betriebe in Baden-Württemberg beziehen ihren Strom über Leitungen, die Netze BW plant, baut und instand hält. Dazu kommen das Gasnetz in weiten Teilen des Landes und das Trinkwassernetz der Landeshauptstadt Stuttgart, an dem etwa 600.000 Menschen hängen. Fällt nachts irgendwo eine Leitung aus, fährt ein Team der Netze BW hin. 5.834 Menschen arbeiten hier.
Die Arbeit dreht sich um Infrastruktur, die kaum jemand sieht und alle brauchen. Allein das Stromnetz umfasst rund 100.000 Kilometer, vom Hochspannungsstrang quer durchs Land bis zum Niederspannungskabel unter der Wohnstraße. Beim Gas kommen gut 3.900 Kilometer Leitung und über 100.000 Hausanschlüsse dazu. Gesteuert wird das aus 93 Standorten im Land: In den Leitstellen läuft rund um die Uhr das Bild des Netzes zusammen, von den 52 Betriebsservices aus rücken die Teams aus, die bei einer Störung tatsächlich vor Ort sind.
Entsprechend breit sind die Berufsbilder. Auf den Baustellen und in den Ortsnetzstationen arbeiten Monteurinnen und Elektroniker für Betriebstechnik, in der Netzplanung rechnen Ingenieurinnen und Meister durch, was zusätzliche Wärmepumpen und Ladepunkte für ein Quartiersnetz bedeuten. Dahinter stehen kaufmännische Bereiche, von der Abrechnung der Netznutzung bis zu den Konzessionen mit den Kommunen. 624 Auszubildende und dual Studierende lernen an 16 Ausbildungsstandorten, technisch wie kaufmännisch. Die externe Fluktuation lag zuletzt bei 1,2 Prozent. Neben dem Gehalt gibt es Urlaubsgeld im Juni, Weihnachtsgeld im November und eine ergebnisabhängige Erfolgsbeteiligung. Seit 2020 hat das Unternehmen die Charta der Vielfalt unterzeichnet, der Arbeitsschutz ist nach ISO 45001 zertifiziert.
Die Wurzeln reichen zu Badenwerk und Energie-Versorgung Schwaben zurück, die 1999 fusionierten. Den Namen Netze BW trägt die Gesellschaft seit Februar 2014, als Netzbetrieb und Energievertrieb regulatorisch getrennt wurden. Eigentümerin ist die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, baden-württembergische Kommunen können sich über ein eigenes Beteiligungsmodell einbringen. Eigene Umsatzzahlen weist Netze BW auf der Website nicht aus. Der Ausbau der Verteilnetze ist die Aufgabe, an der sich die Energiewende im Land konkret entscheidet, und die Arbeitsplätze liegen dort, wo die Netze liegen: in Stuttgart und Karlsruhe genauso wie in Oberschwaben, am Bodensee oder in Nordbaden. 2024 erhielt Netze BW den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Energiespeicherung und -verteilung.