

Lautenschlagerstraße 21
70173 Stuttgart
Deutschland

Am 1. April 1949 eröffnete Alfred Gleiss in Stuttgart ein Büro für Entflechtungs- und Wettbewerbsfragen, spezialisiert allein auf Kartellrecht. 1962 war die Kanzlei die erste deutsche Sozietät mit einem eigenen Büro in Brüssel. Heute arbeiten rund 800 Menschen für Gleiss Lutz, an sechs deutschen Standorten sowie in Brüssel und London. Der Sitz ist nach wie vor Stuttgart.
Beraten werden Unternehmen, und zwar meist dann, wenn viel auf dem Spiel steht. Ein Konzern will einen Wettbewerber übernehmen und braucht dafür die Freigabe der Kartellbehörden. Ein Unternehmen gerät ins Visier der EU-Kommission. Ein Streit über einen Großauftrag landet vor dem Schiedsgericht. Für solche Mandate stellt die Kanzlei Teams zusammen, die häufig über mehrere Rechtsgebiete und Büros hinweg an einem Fall arbeiten. Das Kartellrecht, mit dem alles anfing, ist bis heute ein Aushängeschild. Dazugekommen sind Felder wie die Beratung nach Cyberangriffen oder ESG-Themen.
Organisiert ist Gleiss Lutz als Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung, die Kanzlei gehört also ihren Partnerinnen und Partnern selbst. Im Stuttgarter Partnerschaftsregister sind derzeit 88 von ihnen eingetragen (Stand: März 2026). Im Geschäftsjahr 2024/25 stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 288,8 Millionen Euro, einer der deutlichsten Zuwächse unter den zehn umsatzstärksten deutschen Wirtschaftskanzleien (LTO/JUVE, September 2025). Eigene Auslandsbüros gibt es nur in Brüssel und London. Jenseits davon arbeitet die unabhängige Sozietät mit befreundeten Kanzleien zusammen, etwa mit Chiomenti in Italien und Gide Loyrette Nouel in Frankreich, was Mandate mit grenzüberschreitendem Bezug zum Alltag macht.
Für den juristischen Nachwuchs ist Gleiss Lutz eine der großen Ausbildungsadressen. Pro Jahr kommen rund 180 Referendarinnen und Referendare, etwa 150 wissenschaftliche Mitarbeitende und mehr als 100 Praktikantinnen und Praktikanten dazu, außerdem 45 bis 50 Berufseinsteigerinnen und -einsteiger als Associates (azur, abgerufen August 2026). Wer eine Referendarstation absolviert, wird nach Angaben der Kanzlei vom ersten Tag an in laufende Mandate eingebunden und bekommt Examensvorbereitung, Aktenvortrags- und Rhetoriktraining, Legal-English-Kurse sowie Zugang zum KI-System Harvey.
Nicht alle hier sind Juristinnen und Juristen. Die Kanzlei stellt auch Assistenzkräfte und Fachleute für die Business Services ein, jeweils für Berufserfahrene wie für Einsteigerinnen und Einsteiger. Wie viele Menschen genau in diesen Bereichen arbeiten, weist Gleiss Lutz öffentlich nicht aus. Anwältinnen und Anwälte können sich für Auslandsaufenthalte bewerben, die Partnerschaft ist auch in Teilzeit möglich, und zweimal im Lauf der Karriere gibt es ein bezahltes Sabbatical von je einem Monat (azur, abgerufen August 2026). In Berlin sind einzelne Partner zusätzlich als Notare bestellt.
Lautenschlagerstraße 21
70173 Stuttgart
Deutschland